Schlaf- und Traumstörungen 

 

Schlafstörungen sind relativ häufig und sind Symptome für seelische und körperliche Ursachen. Meist handelt es sich hierbei um Einschlaf und Durchschlafprobleme, nur selten findet ein Mensch gar keinen Nachtschlaf.

Erkrankungen des Schlaf-Wach-Zentrums, Arteriosklerose, bestimmte Gehirnerkrankungen, sowie Alkoholmissbrauch und Alkoholgenuss, vegetative Erregungszustände, Schilddrüsenerkrankungen, Fieber und Herzkrankheiten, sowie Depressionen und Psychosen können unter anderem zu Schlafstörungen führen. Bei anhaltenden Schlafstörungen ist ein Mediziner und / oder Heilpraktiker zu konsultieren. 

Manche Menschen leiden unbewusst unter Schlafängsten. Sie fürchten sich davor, die Kontrolle über ihren materiellen Körper abzugeben und sich in die Hände Hypnos zu begeben. Oftmals führt die Angst vor dem Unkontrollierbarem zu Einschlafstörungen und später zu Schlaflosigkeit, die dann mit diversen Schlafmitteln bekämpft wird.

Chemische Schlafmittel bewirken aber alle ausnahmslos Schlafphasen, in denen nicht oder nicht genügend geträumt werden kann. Sie wirken auf das Groß- und Stammhirn und werden unterschieden in Einschlaf- und Durchschlafmittel. Sie haben erhebliche Nachwirkungen die zu Müdigkeit, Kopfschmerzen und Benommenheit führen. Schon nach kurzer Einnahmedauer führen sie zur Gewöhnung und leicht in die Abhängigkeit. 

Die Schlafsucht ist ein krankhaft gesteigertes Schlafbedürfnis, welches als ernstzunehmendes Symptom für Gehirnerkrankung, Gehirnentzündung, Hirntumoren oder Schlafkrankheit zu beachten ist. 

Unter Schlafwandeln / Nachtwandeln (Noktambulismus, oder für Mondwandeln: Somnambulismus) versteht man einen während des Schlafes auftretenden Dämmerzustand bei dem die Betroffenen mit unsicheren Bewegungen umherwandeln ohne vollständig zu erwachen. Ebenso kommt es vor, dass sie in ihrer oder fremden Sprache sprechen oder Routinearbeiten verrichten. Von diesen nächtlichen Episoden bleiben keine Erinnerungen nach dem Erwachen zurück. Zusammenhänge mit den Mondphasen konnten bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. 

Schlafwandeln kommt meistens bei Kindern vor und verliert sich, während sie älter werden. Erst später einsetzendes Schlafwandeln im Erwachsenenalter nimmt jedoch meist einen chronisches Verlauf und wird mit Hilfe von Schlafvertiefenden Medikamenten und der Psychotherapie behandelt. 

Verarbeitungstraum 

Während jeder unserer Wachbewusstseinsphasen nehmen wir Millionen von Sinneseindrücken bewusst und unbewusst in uns auf. Diese Informationen werden während des Traumes sortiert und verarbeitet. 

Gefühle, Gedanken werden mit einbezogen, umgewandelt und im Traum komprimiert. Dabei verschieben sich mitunter die Aussagen und Nebensächliches wird zum zentralen Traumthema, wichtige Tagesinformationen können zu scheinbar unwichtigen Traumerlebnissen werden. 

Auch die Sprache und Schrift werden mit einbezogen. Eine Zahl die wir tagsüber gesehen haben und welche in unser Unterbewusstsein gerutscht ist, kann sich während eines Traumes zu einer Gruppe Enten entwickeln, der wir auch noch nach dem Erwachen eine große Bedeutung beimessen. 

            Wunsch- und Kinderträume

              Kinder sind in ihrem Traumerleben noch recht klar. Dies liegt hauptsächlich daran, dass sie    noch keine  gesellschaftlichen Verpflichtungen unterliegen und ihr Alltagserleben nicht in Diskrepanz zu ihren Bedürfnissen steht.Wünsche und Ängste erscheinen in ihren Träumen bildhaft und unverschlüsselt.

 

 

Physische Reiz- und Krankheitsträume   

Die Deutung dieser Art von Träumen ist äußert schwierig, weil sie sich in Angst-, Beklemmungs-, Alp- und sogar Todesträumen gliedert. 

Nicht jeder Alptraum ist ein Anzeichen einer nahenden Krankheit, kann aber durchaus auf eine bevorstehende oder vorhandene Erkrankung hinweisen.

 

Angstträume

Sie werden als Alptraum erlebt, sind aber meist nur das Resultat eines zu üppigen Abendessens oder eines ungünstig temperarierten Raumes.

Sehr selten ist der Alptraum ein Symptom für eine tatsächliche, reelle Bedrohung, obwohl es durchaus  vorkommt und sich eine Wesenheit während des Schlafes mit dem Geist des Träumenden auseinander setzt. 

Oft macht sich ein Gewissenskonflikt während des Schlafens bemerkbar und stellt sich durch das Traumgeschehen dar. 

 

Wahrträume

Die Form des Wahrträumens überschneidet sich mitunter mit dem als luziden Traum bezeichneten, dem bewusst gesteuerten Traumerleben und dem hypnagogen Schlaf, jenen Grenzbereich in dem der Träumende noch bewusst seinen Alltagshandlungen nachgehen kann, jedoch dein Traumbewusstsein bereits aktiviert ist. 

Der Wahrtraum gewährt dem Träumenden durch alle räumlichen Entfernungen hindurch ein bewusstes Erleben zeitgleicher Ereignisse in der realen, wachbewussten Welt. 

So ist es z.B. möglich, während des Wahrträumens eine Flugzeugkatastrophe die sich in diesem Augenblick ereignet, in allen Details mitzuerleben.

 

Prophetische Träume

 

Während dieser Art des Traumes werden dem Schlafenden mögliche, zukünftige Ereignisse meist als Metapher, Symbole und Allegorien sehr selten als wirkliches Zukunftsszenario übermittelt. 

 

Nach echten Wahrträumen, als auch bei prophetischen Träumen ist sich der Träumende nach dem Erwachen völlig  bewusst, dass es sich um einen derartigen Traum gehandelt hat. Durch die Intensität und die Traumgestaltung ist eine Verwechslung mit einem Verarbeitungstraum ausgeschlossen. Allerdings sind echte, prophetische Träume sehr selten und werden nur von Berufenen geträumt. 

 

 

Der luzide Traum

 

Diese Form des Träumens ist gewollt herbeigeführt. Während der Einschlafphase erfolgt eine bewusste Abspaltung des Traumbewusstseins vom Wachbewusstsein, jedoch ohne dass der Informationsaustausch abbricht. 

 

Der Träumende kann sein Traumgeschehen beeinflussen und lenken und die Erinnerung an dem Erlebten bleibt auch nach dem vollständigen Erwachen bestehen und verblasst nicht, wie es bei anderen Traumformen meist geschieht.

 

Dieses Träumen ist erlernbar.

 

 

Initiationsträume

 

Nicht nur die schamanischen Kulturen kennen den Initiationstraum. Auch in den Traditionen der hohen Magie und in den Hexenkulten finden wir ähnliche Traumereignisse.

 

Der junge Schamane wird während eines Initiationstraumes von dunklen Geistern oder Göttern in die "Unterwelt" geführt. Dort erleidet der Schamane große Qualen. Er wird z.B. zerhackt, gesotten, der Kopf wird ihm abgetrennt, ihm begegnen Kreaturen der abscheulichsten Art und es findet ein ritueller Traumtod statt. 

 

Nach diesem "Tod" des Lehrlings erfolgt die geistige Wiedergeburt. Der Proband wird wieder zusammengefügt und sein Geist mit seinem Körper neu vereinigt. Der Schamane wird geboren.

 

Dies geschieht in der Regel auf dem Höhepunkt der körperlichen Krankheitssymptomatik und nach diesem Initiationstraum erfolgt auch die körperliche Ganzwerdung, der Schamane wird gesund. 

  

Zuerst erfolgt jedoch die Begegnung mit dem eigenen Schatten, jener dunklen Seite die alle Menschen in sich tragen, die jedoch meist nicht als wertvoller Teil der Persönlichkeit anerkannt wird. Erst wenn diese Begegnung stattgefunden hat erfolgen die eigentlichen Initiationsträume in denen die Elemente selbst erscheinen. 

 

So träumt der Initiant von Feuer, welches ihn verbrennt, Sturm der ihn in die Luft erhebt und ihn in Stücke zu reißen droht, Erdmassen die ihn verschütten und Wasser, welches tosend über ihn zusammenschläft und er zu ertrinken droht.

 

Aber erst wenn der Schüler fähig ist mit ihnen im Einklang zu handeln, werden sich die Elemente beruhigen und ihn in seinen Taten unterstützen. Erst dann ist die Initiation erfolgt und der Priester / die Priesterin geboren. 

 

 

             Der hypnagoge Schlaf

Kurz vor dem Einschlafen erleben viele Menschen eine Übergangsphase in der sie bunte Bilder, Gestalten, Gesichter,   manchmal auch das Phänomen der kurzfristigen Problemlösung erfahren.  

  

 

Thomas Eddison z.B. machte sich diesen hypnagogen Schlaf zunutze, indem er sich an seinen Schreibtisch setzte, rechts und links in seinen Händen je eine Metallkugel hielt unter denen je eine Metallschale stand. Glitt er nach dem Dösen in den Schlaf über, fielen die Kugeln unter lautem Getöse in die Schalen und er konnte sich seiner, während des hypnagogen Schlafes entstandenen Problemlösungen erinnern. 

Auch wird berichtet, dass auf diese Weise der Blick in die Anderswelt möglich ist. Viele Menschen haben und hatten Begegnungen mit Elben und dem kleinen Volk während dieser tranceartigen Phase.

Währenddessen ist das Wachbewusstsein noch aktiv und es geschieht häufiger, dass Menschen weiter ihren Alltagsablauf nachgehen, obwohl sie sich in diesem Bewusstseinszustand befinden.

Diesen "Zwischenzustand" wie ihn Raymond A. Moody auch bezeichnet, versucht man durch Hilfe des Kristalls während der Kristallomantie zu erreichen. 

 

             Dr. Freud und Dr. Jung

Der Nervenarzt Sigmund Freud der sich zum Ende des 19. Jahrhunderts mit der Traumanalyse als Ergänzung zur Psychoanalyse beschäftigte, gelangte zu der Erkenntnis, dass sich durch den Traum ein Tor ins Unterbewusste des Menschen öffnet. In jahrelanger Arbeit gelang es ihm Daten beider Themenkreise zusammenzutragen, miteinander in Verbindung zu bringen und daraus ein System zu entwickeln. 

1900 veröffentliche Freud seine Forschungsergebnisse im Buch "Die Traumdeutung", welches bahnbrechend und als Wegbereiter für die Psychoanalyse galt. 

Freud geht von einer Vernetzung des bewussten Physischen und dem unbewussten Physischen aus. Wird eine Problematik nicht verarbeitet sondern verdrängt, können sich schwerwiegende Psychoneurosen oder Organneurosen entwickeln. Das ins Unterbewusstsein Verdrängte muss wieder ins Bewusstsein gebracht werden wo es verarbeitet und ausgeglichen werden kann. 

Die Freudsche Theorie grenzt das Unterbewusstsein allerdings auf das Individuum ein und bringt es nicht, wie Carl Gustav Jung in späteren Jahren, mit dem kollektiven Unterbewusstsein in Verbindung. Nach Freud liest sich der Traum bei sachgemäßer Bedeutung, wie ein Krankenbericht. 

Für Freud haben die am häufigsten anzutreffenden Bewusstseinsverdrängungen ihren Ursprung in einer unterdrückten, spannungsgeladenen Sexualität. Für ihn war die Sexualität der primäre Trieb auf dem sich die meisten psychischen Störungen begründen. Da diese Triebregungen von den meisten Menschen aufgrund gesellschaftlicher, religiöser, ethischer und / oder moralischer Normen tief ins Unterbewusstsein verdrängt werden, erscheinen die unausgelebten Wünsche durch die Traumsymbolik. Der Traum wird gleichsam zum Ventil. Freud sieht zwischen den unausgelegten, sexuellen Wünschen und den gesellschaftlichen Normen den größten, menschlichen Grundkonflikt. 

Carl Gustav Jung, ein Nachfolger Sigmund Freuds, hat  ich am weitesten von dessen Lehrmeinungen entfernt. Für ihn sind es die Archetypen, durch welche sich Problematiken äußern und Traumgestalt annehmen. 

Jung folgte der Lehre Freuds nur anfänglich und entwickelte seine eigene Theorie. So sah er das Unterbewusstsein nicht auf die Person beschränkt, sondern begriff es darüber hinaus noch im kollektivem Sinne. 

Zwei Persönlichkeitstypen unterscheidet Jung: den introvertierten, nach innen gekehrten Typus und den extrovertierten, nach außen Gerichteten, wenngleich beide Persönlichkeitsmerkmale in jedem Menschen vorhanden sind, überwiegt stets der eine von ihnen. 

Seiner Lehre nach, die einer Philosophie ähnelt, muss das Individuum nach Ausgleich beider Typen in sich streben um zum wesentlichen, eigenen Ich zu gelangen. Dieser Prozess der Selbstfindung vollzieht sich durch die Synthese des Bewussten und Unterbewussten. Auf dem Weg dorthin entwickeln sich eine Vielzahl von individuellen Spannungen und Konflikten die sich in Träumen äußern. 

Das persönliche Unterbewusste mündet bei Jung im Kollektivbewusstsein und hat dabei einen übergeordneten Aspekt der das Unterbewusstsein eines einzelnen Menschen mit einem gemeinsamen Überbewusstsein, dem Unterbewusstsein einer bestimmten Gruppe, eines Volkes und aller Menschen, verbindet. Aus diesen Inhalten des kollektiven Überbewusstseins entwickelte Jung die Archetypenlehre. 

Im kollektiven Überbewusstsein finden wir jene Urbilder und Ursymbole die noch heute in uns als unser geistiges Erbe lebendig sind. Zu diesen Urbildern gehören archaische Symbole wie das Pentagramm, das Kreuz, aber auch die Runen und nicht zuletzt der Tarot in denen wir die Ursymbolik wiederfinden und unser Unterbewusstsein darauf reagiert. 

Aber auch in der Kunst, der Literatur, während Fieberphantasien und im Traum sprechen die archaischen Ursymbole zu uns. 

Auf Jungs Traumtheorie basiert seine gesamte Psychologie und ist gleichzeitig eine eigenständige Traumdeutungsmethode. Der Traum projiziert demnach nach Gesetzmäßigkeiten innere Zustände und Erlebnisse aus dem persönlichen Unterbewussten wie auch aus dem kollektiven Überbewussten. Zu Zeiten der großen Lebensumbrüche wie Geburt, Mutterschaft, kurz vor dem Tod und während psychischer Anspannungen, tauchen jene Großträume auf, die Richtungsweisend aus dem kollektiven Überbewusstsein entspringen. 

 

Hier findet man eine große Übereinstimmung mit dem Traumlehren der Schamanen Nordamerikas. 

 

 

Jungs Archetypenlehre entfernt sich von der Freudschen Theorie, dass der Traum hauptsächlich sexueller Problematiken an die Oberfläche bringt. Vielmehr verhilft Jung der kultisch-religiöse Bedeutung der Traumsymbolik zu Renaissance und auf einer wissenschaftlichen Ebene. 

 

Sexualträume, Inkubi- und Sukkubi

Reine Sexualträume sind äußerst selten. Es handelt sich meist um Nacktträume, in denen der Träumende nach Beachtung und Anerkennung strebt oder aber die Nacktheit die psychische Verletzlichkeit symbolisiert.

Als Inkubi wird ein männlicher Sexualdämon bezeichnet. Wie auch der Sukkubi, sein weibliches Pendant, sucht er seine Opfer während des Schlafes auf und nährt sich durch die freigesetzte Lebensenergie. 

Inkuben und Sukkuben besuchen ihre Opfer regelmäßig über einen längeren Zeitraum. Beendet wird die Heimsuchung entweder durch das bewusste Beenden der Beziehung oder durch die totale Entkräftung des Träumenden.